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Unkraut bestimmen – Was wir in unseren Blumenbeeten möchten

| Allgemein | 21. März 2014

Ein Garten ist ein gestaltetes Stück Natur. Aber wie viel Natur hat Platz in unserer Gestaltung? Weil wir unsere Beete und Rabatten mit viel Hingabe bepflanzen, möchten wir auch wissen, was in ihnen wo wächst. Wir säen aus und pflanzen ein, was wir dort auch wachsen sehen möchten. Und was wir sehen möchten sind oft Zierpflanzen. Unkraut, das sich hinterrücks und ungefragt einschleicht, empfinden wir als ungebetenen Gast und rücken Ihm zu Leibe. Gartenarbeit heißt für uns vor allem Unkraut vernichten. Aber können nicht auch ungebetene Gäste uns freudig überraschen? Worin liegt denn eigentlich der Unterschied zwischen Unkraut und Ziergewächsen?

Unkraut bestimmen

Unkraut bestimmen

 

Wir unterscheiden Unkraut von Zierpflanzen

Allgemein gilt als Unkraut, was mehr schadet als nützt und den Funktionswert von Flächen beeinträchtigt. Dies ist nun eine sehr nüchtern-wirtschaftliche Betrachtung der Fauna, die im Anbau von Nutzpflanzen ihre Berechtigung findet. Denn hier geht es um Erträge. Die meisten privaten Gärten jedoch sind nicht unter Ertragsgesichtspunkten angelegt und bepflanzt. In unserem Stück schön gestalteter Natur wollen wir uns erholen, unsere Freizeit genießen und unseren stressigen Alltag vergessen. Was diese Funktion aus unserer Sicht beeinträchtigt, ist der Definition nach Unkraut. Das heißt aber auch, dass wir selbst bestimmen können, was für uns ein Unkraut ist. Dann nehmen wir uns doch die Freiheit, unsere Augen auch für die natürliche Schönheit von heimischen Wildpflanzen zu öffnen!

 

Blütenpracht auch in einem natürlichen Garten

Viele wilde Pflanzenarten blühen wunderschön und geben unserem Garten eine Natürlichkeit zurück, in der wir nach all den alltäglichen Anstrengungen Ruhe und inneres Gleichgewicht wieder finden können. Können wir nicht auch ein Ackervergissmeinnicht mit seiner strahlend blauen Blütenpracht zu schätzen wissen, obwohl es sich frei und ungeplant bei uns angesiedelt hat? In vielen Gärten und auf vielen Balkonen wird Vergissmeinnicht in seiner gezüchteten Variante (Myosotis sylvatica) wegen seiner hübschen Blüten gezielt gepflanzt.

 

Naturnaher Ausgleich und nachhaltige Entspannung

Nehmen wir doch das Ackervergissmeinnicht wörtlich: Vergessen wir nicht wie vielfältig und schön und erholsam auch die natürliche Vegetation von Äckern und Wiesen sein kann! Gerade in der Natur mit ihren vielen Düften und Farben finden wir doch unseren dringend benötigten Ausgleich und die ersehnte Entspannung. Wenn Garten heißt, ein Stück Natur zu gestalten, dann sollten wir auch der Natur ihren Raum geben. Ein naturnaher Garten ist aber nicht nur ein Genuss für unsere Sinne. Mit heimischen Wildpflanzen können wir auch aktiv unseren Beitrag zu Umwelt- und Naturschutz leisten.

 

Ein nachhaltiger Garten lässt Vielfalt erleben

Viele wilde Pflanzenarten dienen heimischen Vertretern der Tierwelt als Nahrung und Schutz. Wussten Sie, dass einige unserer heimischen Wildpflanzen für gefährdete Schmetterlingsarten überlebenswichtig sein können? Zum Beispiel die Skabiosen – Flockenblume: Ihre Blätter sind Raupenfutter für drei Arten von Blutströpfchen und zwei Scheckenfalter-Arten. Ihre schönen, violetten Blüten locken viele verschiedene Arten von Tagfaltern an. Und was gut ist für Schmetterlinge, ist auch gut für Wildbienen. Sie haben ähnliche Ansprüche an Wildpflanzen und leben in einem ausgeglichenen Miteinander. In seiner Artenvielfalt kann ein Garten, der auch Raum lässt für natürlichen Bewuchs, zum echten Naturerlebnis für die ganze Familie werden. So können Sie auch Ihren Kindern nahe bringen, wie wundervoll Artenreichtum sein kann.

 

Nachhaltigkeit durch ein Miteinander von unterschiedlichen Lebensräumen

Auch ein naturnaher Garten bedarf der liebevollen Hege und Pflege. Es geht nicht darum, eine unkontrollierte Wildnis entstehen zu lassen, sondern unterschiedliche Lebensräume zu schaffen, die im Einklang mit der Natur und nicht gegen Sie gestaltet werden. Statt wilden Bewuchs auszumerzen, finden Sie vielleicht Bereiche in Ihrem Garten, in die Sie die Wildpflanzen umsiedeln könnten.

Unser Garten-Tipp:

Wildblumenbeete

Sie könnten beispielsweise mit ausgesuchten Pflanzen ein Wildblumenbeet anlegen und so necktarsaugende Blütenbesucher anlocken. Hierfür eignen sich im Garten besonders schwer zugängliche Ecken und Winkel. Denn diese Form von naturnahen Beeten muss nicht ständig aufgeräumt und gejätet werden. Es geht vielmehr darum eine Verzahnung von unterschiedlichen Lebensräumen zu schaffen und dafür Sorge zu tragen, dass diese miteinander und nebeneinander existieren können. Achten Sie daher in einem Naturgarten auf eine Bepflanzung mit unterschiedlichen Eigenschaften.

Sträucher und Hecken für heimische Singvögel

Heimische Wildsträucher und Kleingehölze geben nicht nur hervorragenden Sichtschutz. Dichte Hecken, in denen sich neben Sträuchern auch niedrige Pflanzen angesiedelt haben, dienen vielen heimischen Singvögeln als Nistplatz. Rotkehlchen beispielsweise schätzen Wachholderhecken und Beerensträucher. Ideale Bedingungen für eine große Zahl von Vogelarten bietet ein Garten, wenn verschiedene Heckenpflanzen mit unterschiedlicher Blattdichte anpflanzt sind.

Sumpfbeet und Naturteich im Mai bepflanzen

Wenn Sie in ihrem Garten Bereiche mit lehmigem Boden haben, können Sie auch ein Sumpfbeet anlegen. Ein geeigneter Ort für die Anlage einer Feuchtzone ist eine tiefe Stelle im Garten. Sie benötigen dafür Teichfolie oder vergleichbares Abdichtungsmaterial. Die Senke für die Feuchtzone sollte, je nach Größe des Gartens, mit einer Tiefe zwischen 40 bis 80 Zentimetern ausgehoben werden. Achten Sie, den Amphibien zuliebe, auf eine flach abfallende und terrassenförmige Anlage. Legen Sie die Senke mit der Teichfolie aus und lassen Sie diese etwa einen Zentimeter unter dem umgebenden Bodenniveau enden. Zum Schutz der Folie können Sie die Senke vor dem Auslegen mit etwas Sand auffüllen und ein Vlies unterlegen. Bedecken Sie die Folie auf der Teichebene mit nährstoffarmen Sand und Kies. Die Randbereiche können Sie, je nach gewünschter Bepflanzung, mit Sand und Kies oder mit nährstoffreichem Gartenboden mit Kompost auffüllen. Mit der Bepflanzung sollten Sie ab Mai beginnen: Sumpfdotterblumen, spezielle Primelarten, Schlangenknöterich oder Sumpfgladiolen erwecken das Biotop zum Leben. Zum anschließenden Auffüllen der Feuchtzone eignet sich Regenwasser besonders gut.

Gartenlust und Lebensfreude statt Gartenwirtschaft

Zusammen mit einem Stück naturbelassener Blumenwiese können Sie mit diesen Tipps einen lebendigen Garten nach dem Vorbild der Natur schaffen, der besonders gut gedeiht, wenn er auch mal sich selbst überlassen wird. Sie können ohne Leistungsdruck der Natur ihren Lauf lassen. Gönnen Sie sich in ihrem Garten echte Entspannung und Lebensfreude in der Natur. Gartenarbeit und Gartenwirtschaft werden wieder zur Gartenlust und schaffen viel Raum für neue Entdeckungen. Lassen Sie sich von der Natur überraschen und schauen Sie genussvoll dem Wandel zu. Geben Sie auch Ihren Kindern die Möglichkeit in einem natürlichen Garten zu erfahren, wie froh und unbeschwert ein barfüßiger Lauf über eine Blumenwiese machen kann und wie reichhaltig und frei Natürlichkeit ist.

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